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9.1.2021 - Frankfurter Neue Presse

Das Glück bleibt Annette Ernst hold

Wir sind ganz gut durch 2020 gekommen“, fasst Annette Ernst das jüngst vergangene Jahr zusammen. „Ich hatte Glück“, so die Frankfurter Filmemacherin, die für ihren Kinofilm „Kiss and Run“ mit Maggie Peren und Ken Duken in den Hauptrollen den Grimme-Preis erhielt.

Annette Ernst: „Im Sommer wurden die zwei 90-Minüter aus der Alpensaga-Reihe ,Daheim in den Bergen‘, die ich für die ARD gedreht habe, ausgestrahlt“, berichtet sie. „Mit den besten Quoten, die die Reihe bisher hatte.“ Im Sommer 2020 setzte sie auch die Dreharbeiten zur ihrer Langzeitdokumentation fort. „Ich habe in Frankfurt und Umgebung die Abschlussinterviews mit den Protagonisten gedreht“, berichtet sie. Alles war unter Dach und Fach, nur der entsprechende Sender fehlte. Doch auch da blieb das Glück Annette Ernst hold: „Wir sind bei Arte gelandet.“ Arte wollte sogar einen Film mit einem ganz eigenen Konzept haben. „Der heißt jetzt: ,Meine alles außer gewöhnliche Familie‘.“ Ab Februar beginnen die Schnittarbeiten am Kinofilm mit dem (Arbeits-)Titel „Nicht von schlechten Eltern“, der sich aber in der Struktur und Form komplett vom Arte-Film unterscheidet. Verbunden sind beide Filme nur thematisch: Darin geht es um zwei lesbische Mütter und ihre Kinder. Seit gut elf Jahren begleitet Annette Ernst die Familie, nun sollen beide Streifen 2021 gezeigt werden. 

Der Abschluss dieses Langzeitprojektes stimmt die 54-Jährige glücklich. „Das ist jetzt ein Film, der für Akzeptanz und Toleranz wirbt – und er geht dabei viel tiefer, als ,dürfen zwei Frauen Kinder haben?'“, erklärt sie. „Es geht im Grunde um die Frage: ,Darf ich sein, wer ich bin oder muss ich mich einer Gesellschaft anpassen?‘ Es geht also um Identität.“

Diese Wendung nahm die Dokumentation am Ende der Dreharbeiten. „Das wurde mir klar, als sich bei den letzten Interviews mit der Familie noch etliche Überraschungen herausgestellt haben, die ich aber jetzt noch nicht verraten möchte“, so Annette Ernst. „Es ist das erste Mal seit ,Kiss and Run‘, dass ich einen Film so frei machen konnte“, freut sich Ernst. „Die Zusammenarbeit mit den beiden Sendern war sehr angenehm.“ Die Arbeit an den beiden Streifen sei keine Verlegenheitslösung gewesen. „Ich hatte es sowieso schon so geplant. Viele Dreharbeiten zu neuen hochwertigen Serien wurden wegen Corona verschoben und viele Kollegen haben darunter sehr gelitten. Ich hatte das Glück, im Corona-Jahr mit meiner Filmproduktion meinen Dokumentarfilm unkompliziert fortsetzen zu können“, so die Regisseurin. „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.“ Und macht es noch. Denn die Cutterin, Anja Lüdcke, eine Deutsche, die seit vielen Jahren in Paris lebt und die sie bei ihrer deutsch-französischen Serie kennen gelernt hat, kommt im Februar für den Schnitt nach Frankfurt.

Doch damit nicht genug des Glücks. „Wir haben im Lock-down unsere Serie ,Green Gold‘ weiterentwickelt. Darin geht es auch um die Fragen, wie wir zukünftig leben wollen“, so Ernst, die dieses Projekt für ihre Langzeitdokumentation zur Seite gelegt hat. Obwohl oder gerade weil sie so viel Glück hatte, plagen sie große Sorgen um die Kollegen. Auch um die Lichtspielhäuser.

„Ich hoffe, dass die kleinen Arthouse-Kinos und das Kino überhaupt diesen Pandemieschock überstehen“, meint sie. „Unsere Welt wird nach Corona nicht mehr so sein, wie wir sie kannten. Schneller, höher, weiter war schon lange vorbei, aber jetzt erst recht“, so Ernst. „Kultur ist und bleibt ein Lebensmittel, ohne dass wir nicht existieren können und vor allem auch nicht wollen“ sagt sie, zu deren Kernkompetenz die Film-Komödie zählt. Humorvoll, leichtfüßig und mit Aussage und Anspruch, darauf komme es ihr an. Zwei Dinge lassen sie zuversichtlich nach vorne blicken: „Es ist das erste Jahr meines Berufslebens, das ich komplett hier in Frankfurt verbracht habe“, so Ernst. „So hatte ich Zeit, die junge kreative Filmszene hier besser kennen zu lernen“, sagt Ernst. Sie lobt die neue Chefin der Filmförderung, Anna Schoeppe. „Sie macht mir Hoffnung, dass sich in Hessen etwas ändert.“ es



Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 09.01.2021, Seite 12

8.4.2020 - Frankfurter Neue Presse

Dokus und Komödien sind ihr Leben

Zurzeit sehr gefragt seien bei Streaming-Diensten Katastrophenfilme und Komödien. Letzteres ist genau das Metier der preisgekrönten Frankfurter Filmemacherin Annette Ernst. Sie erhielt für ihren Fernsehfilm „Kiss and Run“ (2001) zusammen mit den Hauptdarstellern Maggie Peren und Ken Duken den Adolf-Grimme-Preis und wurde für den Streifen „Mein erster Freund, Mutter und ich“ aus dem Jahr 2003 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Ihr Serie „Deutsch-Les-Lande“ mit Christoph Maria HerbstSylvie TestudRufus Beck und Anna Thalbach, die sie für Amazon France und die Telekom machte, läuft bestens. Die 53-Jährige reitet auf der Welle des Erfolgs. Und so soll es bleiben, trotz Corona-Krise.

Weil sie im vergangenen Jahr so viel gearbeitet hatte und so viel unterwegs war, hatte sich Annette Ernst, die mit dem Grünen-Politiker Sebastian Popp liiert ist, sowieso vorgenommen, das Frühjahr in der Mainmetropole zu verbringen. „Ich habe alles, was Anfang des Jahres reinkam, abgesagt. 2020 sollte das Jahr der Fertigstellung der Langzeitdokumentation ,Nicht von schlechten Eltern‘ werden“, so Annette Ernst. Darin geht es um zwei lesbische Mütter und ihre Kinder. Seit gut zehn Jahren begleitet sie die Familie. „Aber es fehlt noch Geld für die Schlussfinanzierung – dabei hatte alles so gut angefangen. Doch dann kam die Pandemie.“ Es soll einen Kinofilm sowie ein Internetformat geben. Momentan laufen Gespräche – auch mit Streamingdiensten.

Das Jahr 2019 hatte es für Annette Ernst in sich. „Im vergangenen Jahr habe ich die meisten Filmminuten meines Lebens produziert.“ Im Allgäu drehte sie zwei 90-Minüter für die ARD, für die Alpensaga-Reihe „Daheim in den Bergen“. „Es waren 44 Drehtage.“ Sie springe zwar ungern „auf etwas auf, das es schon gibt“, doch in diesem Fall machte sie eine Ausnahme. Und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen war da eine atemberaubende Alm. „Wegen dieses Motivs habe ich zugesagt.“ Zum anderen weil ihre Mutter aus dem Allgäu kommt und sie so den Wurzeln ihrer Mutter, die im vergangenen Jahr gestorben ist, sehr nah sein konnte. „Das war für mich ein Geschenk.“ Annette Ernst konnte dort auch viel Zeit mit der Familie mütterlicherseits verbringen. „Demnächst ist die Mischung des Films angesagt und das wird eine ganz außergewöhnliche Situation werden, weil wir das per Telefon machen.“ Außergewöhnliche Zeiten verlangen nach ungewöhnlichen Antworten.

Zu sehen ist eine Folge an ihrem Geburtstag, dem 26. Juni. „Es war die schönste Zusammenarbeit mit Schauspielern, die ich je hatte“, gerät die erfahrene Filmemacherin ins Schwärmen über Mimen wie Matthi FaustTheresa ScholzeChristoph M. OhrtCatherine BodeHeike TrinkerThomas Unger und Moritz Bäckerling. „Der Produzent sagte, er wolle mich wegen meiner Drama-Qualitäten haben – dabei habe ich erst ein Drama gemacht. Damals 2008, hier in Frankfurt mit Lisa Martinek ,Für meine Kinder tue ich alles'“, staunt Annette Ernst immer noch.

Zurzeit sitzt sie an einem Projekt mit den französischen Autoren Franck Magnier und Alexandre Charlot, die den Erfolgsstreifens „Willkommen bei den Sch’tis“ schrieben. Außerdem freut sie sich besonders darüber, „dass ich nach der Berlinale ein Angebot erhielt, einen Film zu drehen, der auf Mauritius spielt. Wenn das kommt, kann ich das nicht absagen. Aber jetzt ist es erstmal verschoben worden.“ Sie nimmt es sportlich. „Ich versuche in dieser Zeit jeden Tag etwas zu finden, das ich in ,normalen‘ Zeiten nicht tue.“ Die Krise sei ein „Weckruf“ und „eine Vorwegnahme der Folgen der Klimakrise. Und zeigt uns, dass es Grenzen gibt“.es



Quellenangabe: Frankfurter Neue Presse vom 02.04.2020, Seite 9

2020 - Ein neues Jahrzehnt bricht an....

Anbei ein Artikel, den ich für das PQR Buch-Projekt verfasst habe, leider zieht sich die Veröffentlichung, deswegen hier ein preview:

November 2019 - Ab jetzt im Schnitt

September 2019 - Drehstart "Daheim in den Bergen"

2 x 90 Minuten für ARD - Folge 5 + 6

vlonr. J. Stäblein (Kamera), Theresa Scholze, Judith Toth, Thomas Unger, Nadja Sabersky, Moritz Bäckerling, Christoph M. Ohrt, Catherine Bode, myself, Matti Faust, Heike Trinker

18.1.2019 - Premiere des STOKEDFILMS "Yves Versprechen" von Melanie Gärtner

Julia Peters und Jutta Feit, engagierte Verleiherinnen von JIP Film. Foto: Heiko Arendt.

November 2018 - Blackbox

27.11.2018 in Paris - Premiere "Deutsch Les Landes"
Amazon prime video

v.l.n.r. – Thierry Rèmi, Jasmin Schwiers, (me), Sophie Mounicot, Denis Dercourt, Marie-Anne Chazel, Philippe Lelièvre, Steve Windolf

Roxanne Duran & me

November 2018 - Et voilà! Blickpunkt-Film

31.8.2018 in Berlin - Directors talk mit Aline von Drateln

Juli 2017

November 2011